Während Europa im Januar unter grauen Wolken friert, entfaltet sich in Oaxaca eine Farbenpracht, die selbst die kühnsten Reiseträume übertrifft. Die koloniale Perle im Süden Mexikos empfängt Besucher im ersten Monat des Jahres mit angenehm milden Temperaturen und strahlendem Sonnenschein – ideale Bedingungen für eine Gruppe abenteuerlustiger Freunde, die auf der Suche nach authentischen Erlebnissen sind, ohne dabei das Reisebudget zu sprengen. Hier verschmelzen präkolumbianische Traditionen mit kolonialer Architektur zu einem kulturellen Kaleidoskop, das seinesgleichen sucht.
Warum Oaxaca im Januar ein Geheimtipp für Gruppenreisende ist
Der Januar markiert in Oaxaca das Ende der Hochsaison nach den Weihnachtsfeiertagen, was bedeutet: moderate Preise bei gleichzeitig perfektem Wetter. Die Trockenzeit sorgt für klare Sicht auf die umliegenden Berge, während die Temperaturen tagsüber angenehme 25 Grad erreichen und nachts auf erfrischende 10 Grad abkühlen – perfekt für diejenigen, die dem winterlichen Trübsinn entfliehen möchten. Für Freundesgruppen bietet die Stadt eine unschlagbare Mischung aus bezahlbaren Aktivitäten, lebendiger Straßenkultur und gastronomischen Entdeckungen, die man gemeinsam erleben und noch Jahre später in Erinnerung behalten wird.
Die koloniale Altstadt: Ein lebendiges Freilichtmuseum
Das Herz von Oaxaca schlägt in seiner zum UNESCO-Welterbe ernannten Altstadt, wo pastellfarbene Kolonialhäuser mit kunstvoll geschmiedeten Balkonen die gepflasterten Straßen säumen. Der zentrale Zócalo pulsiert mit Leben – hier treffen sich Einheimische und Reisende gleichermaßen unter den mächtigen Lorbeerbäumen, während Straßenmusiker traditionelle Son-Jarocho-Klänge erklingen lassen. Die beste Strategie für Gruppen ist es, sich einfach treiben zu lassen: Jeden Abend verwandelt sich der Hauptplatz in eine improvisierte Bühne, wo kostenlose Konzerte und Tanzveranstaltungen stattfinden.
Die umliegenden Kirchen, allen voran die monumentale Santo Domingo-Kirche mit ihrer vergoldeten Barockfassade, sind frei zugänglich und bieten ein überwältigendes Schauspiel kunstvoller Schnitzereien und goldener Verzierungen. Der angrenzende botanische Garten zeigt die beeindruckende Flora Oaxacas und verlangt nur einen symbolischen Eintrittspreis von etwa 3 Euro.
Märkte: Wo das wahre Oaxaca zum Leben erwacht
Keine Reise nach Oaxaca wäre komplett ohne den Besuch der legendären Märkte. Der Mercado Benito Juárez und der Mercado 20 de Noviembre sind labyrinthische Wunderwelten, in denen sich Pyramiden aus Chapulines (gerösteten Heuschrecken), Berge von Mole-Pasten in allen Schattierungen und handgewebte Textilien türmen. Hier lernt man die kulinarische Seele Mexikos kennen – und das zu Preisen, die in Europa undenkbar wären.
Für eine Gruppe von Freunden bieten die Essensstände in der Markthalle ein unvergleichliches Erlebnis: Für umgerechnet 3 bis 5 Euro pro Person kann man sich durch verschiedene Tlayudas (riesige knusprige Tortillas), Tamales und frisch gegrilltes Fleisch probieren. Der Januar ist auch die Zeit, in der die ersten Mangos und exotische Früchte auf den Marktständen erscheinen – perfekt für ein gemeinsames Picknick auf einer der vielen Plazas.
Monte Albán: Zwischen Wolken und Geschichte
Nur zehn Kilometer außerhalb der Stadt thront auf einem künstlich abgeflachten Berggipfel Monte Albán, die ehemalige Hauptstadt der Zapoteken. Diese archäologische Stätte ist weitaus weniger überlaufen als die berühmten Maya-Ruinen auf der Yucatán-Halbinsel, bietet aber eine ebenso beeindruckende Kulisse. Der Eintritt liegt bei etwa 5 Euro, und im Januar hat man oft weite Teile der Anlage fast für sich allein.
Die kostengünstigste Anreise erfolgt mit den lokalen Minibussen, die vom Zentrum aus für weniger als 1 Euro pro Fahrt regelmäßig zur Ausgrabungsstätte fahren. Plant mindestens drei Stunden ein, um zwischen den Pyramiden, Ballspielplätzen und unterirdischen Gräbern zu wandern, während die Aussicht über das Oaxaca-Tal jeden Instagram-Filter überflüssig macht.

Hierve el Agua: Versteinerte Wasserfälle als Naturwunder
Etwa eineinhalb Stunden östlich der Stadt liegt eines der außergewöhnlichsten Naturphänomene Mexikos: Hierve el Agua, wo mineralhaltige Quellen über Jahrtausende versteinerte Wasserfälle geformt haben, die wie gefrorene Kaskaden an den Klippen herabhängen. Die natürlichen Infinity-Pools am Rand der Felsen bieten nicht nur ein erfrischendes Bad, sondern auch einen schwindelerregenden Blick in die Tiefe.
Collectivos (Sammeltaxis) fahren morgens vom Zentrum ab und kosten etwa 5 Euro pro Person für Hin- und Rückfahrt. Wer in einer Gruppe unterwegs ist, kann auch ein privates Taxi für den ganzen Tag chartern – aufgeteilt durch vier oder fünf Personen bleibt das bei etwa 8 bis 10 Euro pro Kopf. Packt Proviant ein, denn die wenigen Stände vor Ort sind überteuert.
Mezcal-Kultur ohne Schnickschnack
Oaxaca ist das Epizentrum der Mezcal-Produktion, und im Januar bieten viele kleine familiäre Destillerien in den umliegenden Dörfern informelle Führungen an. Statt teurer organisierter Touren kann man einfach die lokalen Busse nehmen – Richtung Santiago Matatlán, dem selbsternannten „Welthauptstadt des Mezcal“, kostet die Fahrt kaum mehr als 2 Euro.
In den Palenques (traditionellen Destillerien) erklären die Produzenten selbst den jahrhundertealten Prozess, bei dem Agavenherzen in unterirdischen Öfen geröstet werden. Probieren ist meist kostenlos oder gegen eine freiwillige Spende möglich – eine authentische Erfahrung, die man gemeinsam mit Freunden beim Anstoßen auf das neue Jahr zelebrieren sollte.
Praktische Tipps für budgetbewusste Freundesgruppen
Unterkunft clever wählen
Im Januar findet man hervorragende Hostels mit Gemeinschaftsräumen für 8 bis 12 Euro pro Nacht im Schlafsaal. Wer mehr Privatsphäre möchte, teilt sich ein privates Zimmer in einem der charmanten Boutique-Hotels der mittleren Preisklasse für 15 bis 20 Euro pro Person. Viele Unterkünfte verfügen über Gemeinschaftsküchen – perfekt, um Marktfunde gemeinsam zuzubereiten und dabei erheblich zu sparen.
Fortbewegung wie die Einheimischen
Das Stadtzentrum ist kompakt und fußläufig. Für weitere Strecken sind die lokalen Busse unschlagbar günstig: Eine Fahrt kostet selten mehr als 0,50 Euro. Die bunten Sammeltaxis erkennt man an den Routenschildern in der Windschutzscheibe – einfach winken, einsteigen und beim Aussteigen bezahlen.
Kulinarische Entdeckungen ohne Touristenfallen
Die beste Regel lautet: Je mehr Einheimische an einem Essensstand Schlange stehen, desto besser und günstiger ist das Essen. Frühstück in den Markthallen mit frischem Kaffee und Pan Dulce kostet etwa 2 Euro. Ein komplettes Mittagsmenü in den kleinen Comedores außerhalb der touristischen Zonen gibt es für 4 bis 6 Euro – inklusive Suppe, Hauptgericht, Reis, Bohnen und hausgemachter Agua Fresca.
Kostenlose und günstige Aktivitäten
Sonntags ist der Eintritt zu vielen Museen frei, darunter das faszinierende Museum für zeitgenössische Kunst und das ethnobotanische Museum. Die Wanderungen in die umliegenden Berge kosten nichts außer etwas Schweiß – besonders der Aufstieg zum Cerro del Fortín bei Sonnenuntergang belohnt mit einem Panoramablick über die erleuchtete Stadt.
Abends versammeln sich Einheimische und Reisende gleichermaßen in den Parks und auf dem Zócalo, wo spontane Jam-Sessions und Tanzrunden entstehen. Kauft eine Flasche Mezcal im Supermarkt für etwa 8 Euro und erlebt, wie das gesellige Leben in Oaxaca pulsiert – ganz ohne Eintrittspreise oder Konsumzwang.
Der Januar in Oaxaca ist eine Einladung, gemeinsam mit Freunden in eine Welt einzutauchen, in der kulturelle Tiefe und budgetfreundliches Reisen keine Widersprüche sind. Hier wird jeder Tag zu einer Entdeckungsreise, jede Mahlzeit zu einem Fest und jeder geteilte Moment zu einer Geschichte, die man noch lange erzählen wird.
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