Wer kennt es nicht: Nach einem Safari-Update öffnest du deinen Browser wie gewohnt, doch plötzlich lädt keine einzige Webseite mehr, oder schlimmer noch – Safari stürzt direkt beim Start ab. Was gestern noch einwandfrei funktionierte, macht heute nur noch Probleme. Bevor du jetzt in Panik verfällst oder stundenlang im Apple Store in der Warteschlange stehst, atme erst einmal tief durch. Dieses Problem ist deutlich häufiger als du denkst und lässt sich in den meisten Fällen mit wenigen gezielten Handgriffen beheben.
Warum Safari nach Updates manchmal zickt
Apple-Updates bringen normalerweise Verbesserungen, Sicherheitspatches und neue Funktionen. Doch manchmal kollidieren diese Neuerungen mit bereits gespeicherten Daten, Erweiterungen oder experimentellen Einstellungen, die du vielleicht vor Monaten aktiviert hast und längst vergessen hast. Besonders der Browser-Cache und veraltete Website-Daten können nach einem Update zu echten Störenfrieden werden. Was früher perfekt harmonierte, verträgt sich plötzlich nicht mehr mit der neuen Safari-Version.
Nutzerberichte zeigen konkrete Probleme nach Updates: Safari friert ein, Websocket-Verbindungen funktionieren nicht mehr zuverlässig, und der Verbindungsaufbau kann plötzlich mehrere Minuten dauern. Diese Phänomene traten beispielsweise nach Updates auf iOS 18 und macOS 15.7 gehäuft auf. Die gute Nachricht: Du musst kein IT-Experte sein, um diese Probleme zu lösen. Die Lösungsansätze sind logisch nachvollziehbar und innerhalb weniger Minuten umgesetzt.
Erste Hilfe: Cache und Verlauf löschen
Der Browser-Cache ist eigentlich eine clevere Erfindung. Safari speichert Teile von Webseiten lokal auf deinem Gerät, damit diese beim nächsten Besuch schneller laden. Doch wenn sich hier über Wochen und Monate Datenmüll ansammelt oder nach einem Update Kompatibilitätsprobleme auftreten, wird aus dem Hilfsmittel ein Hindernis.
So gehst du vor
Öffne die Einstellungen auf deinem iPhone oder iPad und scrolle nach unten bis zum Punkt Safari. Hier findest du die Option Verlauf und Websitedaten löschen. Ein Tipp auf diese Schaltfläche genügt, und Safari räumt gründlich auf. Bestätige die Sicherheitsabfrage mit einem weiteren Tipp. Apple empfiehlt diese Methode offiziell als ersten Lösungsansatz bei Safari-Problemen, da dadurch alle Browsing-Daten entfernt und Safari auf die Standardeinstellungen zurückgesetzt wird.
Auf dem Mac funktioniert es etwas anders: Öffne Safari, gehe in der Menüleiste auf Safari und wähle Einstellungen. Unter dem Reiter Datenschutz findest du die Schaltfläche Website-Daten verwalten. Hier kannst du entweder gezielt einzelne Seiten entfernen oder direkt Alle entfernen wählen. Was passiert dabei? Du verlierst temporär gespeicherte Anmeldedaten auf manchen Webseiten und musst dich neu einloggen. Deine Lesezeichen und gespeicherten Passwörter im Schlüsselbund bleiben jedoch erhalten. Ein kleiner Preis für einen wieder funktionierenden Browser.
Erweiterungen als versteckte Übeltäter
Safari-Erweiterungen sind praktische kleine Helfer: Werbeblocker, Passwort-Manager, Übersetzer oder Screenshot-Tools erweitern den Browser um nützliche Funktionen. Doch nicht alle Entwickler passen ihre Erweiterungen rechtzeitig an neue Safari-Versionen an. Apple Support nennt die Überprüfung von Safari-Erweiterungen als Standardmaßnahme bei Funktionsstörungen.
Erweiterungen systematisch ausschließen
Auf dem Mac öffnest du Safari und gehst in der Menüleiste auf Safari, dann Einstellungen und schließlich Erweiterungen. Hier siehst du eine Liste aller installierten Erweiterungen. Deaktiviere zunächst alle Erweiterungen, indem du die Häkchen entfernst. Starte Safari neu und prüfe, ob das Problem behoben ist. Falls Safari jetzt wieder läuft, aktiviere die Erweiterungen einzeln nacheinander und teste zwischendurch. So identifizierst du den Übeltäter. Oft sind es gerade die Erweiterungen, die tief ins System eingreifen, etwa VPNs oder Content-Blocker, die nach Updates Schwierigkeiten machen.

Auf iOS und iPadOS findest du die Erweiterungsverwaltung unter Einstellungen, dann Safari und anschließend Erweiterungen. Das Prinzip ist identisch: Alle deaktivieren, testen, einzeln wieder aktivieren.
Die versteckte Macht der experimentellen Features
Hier wird es richtig interessant. Apple baut in Safari Features ein, die sich noch in der Testphase befinden. Diese sogenannten experimentellen Funktionen sind für Entwickler gedacht, die neue Web-Technologien ausprobieren möchten. Manche technikaffine Nutzer aktivieren sie aus Neugier oder weil ein Online-Tutorial das empfohlen hat. Das Problem: Diese Features sind nicht für den Alltagsbetrieb gedacht und können nach Updates unerwartete Nebenwirkungen haben. Ein experimentelles Feature, das unter einer älteren Safari-Version problemlos lief, kann unter einer neueren plötzlich für Abstürze sorgen.
Experimentelle Features zurücksetzen
Auf dem Mac öffnest du Safari und gehst zu Safari, dann Einstellungen und schließlich Erweitert. Ganz unten findest du die Option Funktionen für Webentwickler anzeigen oder ähnlich formuliert, je nach macOS-Version. Aktiviere diese Option, falls noch nicht geschehen. Anschließend erscheint in der Menüleiste ein neuer Punkt Entwickler. Klicke darauf und suche nach Experimentelle Features oder Feature Flags. Hier siehst du eine lange Liste technischer Optionen. Falls du hier bewusst oder unbewusst Änderungen vorgenommen hast, solltest du diese zurücksetzen. Deaktiviere alle aktivierten Features oder suche nach einer Reset-Option.
Eine weniger bekannte, aber hochwirksame Methode ist das Zurücksetzen aller Safari-Einstellungen über das Terminal. Öffne das Terminal, zu finden unter Programme und dann Dienstprogramme, und gib den Befehl defaults delete com.apple.Safari ein. Drücke Enter und starte Safari neu. Achtung: Dieser Befehl setzt wirklich alle Safari-Einstellungen auf Werkszustand zurück. Lesezeichen bleiben erhalten, aber Startseite, Suchmaschine und ähnliche Präferenzen musst du neu konfigurieren.
Weitere Ansätze bei hartnäckigen Problemen
Falls die bisherigen Schritte nicht geholfen haben, gibt es noch einige fortgeschrittene Lösungsansätze. Überprüfe zunächst, ob wirklich alle verfügbaren Updates installiert sind. Manchmal veröffentlicht Apple schnell Patches für bekannte Probleme. Nach dem Update auf macOS 15.7 mit Safari 18.0 trat beispielsweise ein Tab-Management-Bug auf, der nur in der kompakten Tab-Ansicht auftrat und durch eine neuere Safari-Version innerhalb weniger Tage behoben wurde. Gehe auf dem Mac zu Systemeinstellungen, dann Allgemein und schließlich Softwareupdate.
Ein Neustart des Geräts klingt banal, bewirkt aber oft Wunder. Viele Prozesse, die im Hintergrund hängen bleiben, werden dadurch beendet. Auf dem iPhone oder iPad hältst du die Power-Taste und eine Lautstärketaste gedrückt, bis der Schieberegler erscheint. Prüfe auch deine Internetverbindung mit einem anderen Browser oder einer App. Manchmal liegt das Problem nicht bei Safari, sondern beim WLAN-Router oder den DNS-Einstellungen. Ein schneller Test mit Chrome oder Firefox schafft Klarheit.
Prävention für die Zukunft
Um künftige Probleme zu minimieren, räume regelmäßig auf. Lösche den Safari-Cache etwa einmal im Monat, auch wenn alles problemlos läuft. Überprüfe installierte Erweiterungen kritisch: Brauchst du wirklich alle? Weniger ist hier definitiv mehr. Safari ist ein solider, schneller Browser, der besonders gut im Apple-Ökosystem harmoniert. Die hier beschriebenen Probleme nach Updates sind ärgerlich, aber mit systematischem Vorgehen in vielen Fällen lösbar. Probiere die Schritte nacheinander aus, und mit hoher Wahrscheinlichkeit surfst du in wenigen Minuten wieder störungsfrei durchs Netz.
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