Dein Smartphone kann ausgeschaltet sein und WhatsApp funktioniert trotzdem: So richtest du es in 2 Minuten ein

Die meisten WhatsApp-Nutzer kennen WhatsApp Web als praktische Erweiterung für den Computer – doch die wenigsten wissen, dass sich der Messenger mittlerweile auf bis zu vier weitere Geräte parallel nutzen lässt, ohne dass das Smartphone dauerhaft online sein muss. Genauer gesagt: Ein Smartphone als Hauptgerät plus vier zusätzliche Geräte können gleichzeitig verwendet werden. Diese Funktion revolutioniert die Art und Weise, wie wir den beliebten Messenger im Alltag einsetzen können, bleibt aber für viele ein gut gehütetes Geheimnis.

Mehrere Computer, ein WhatsApp-Account – so funktioniert’s wirklich

Lange Zeit war WhatsApp Web auf eine einzelne Browser-Sitzung beschränkt, und das Smartphone musste ständig mit dem Internet verbunden sein. Diese Einschränkung gehört der Vergangenheit an. Seit der Einführung der Multi-Device-Funktion hat WhatsApp die technische Architektur grundlegend überarbeitet. Jedes verknüpfte Gerät arbeitet nun völlig eigenständig – unabhängig davon, ob euer Smartphone gerade eingeschaltet ist oder nicht.

Der Clou dabei: Ihr könnt WhatsApp Web am Arbeitsplatz-PC nutzen, gleichzeitig auf dem Laptop zu Hause eine Sitzung offen haben und zusätzlich auf dem Tablet chatten – alles synchron und ohne dass euer Smartphone eingeschaltet sein muss. Die Nachrichten werden über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf allen Geräten gleichzeitig aktualisiert.

Schritt-für-Schritt: Verknüpfte Geräte richtig einrichten

Um diese Funktion zu nutzen, öffnet ihr zunächst WhatsApp auf eurem Smartphone und navigiert zu den Einstellungen. Unter dem Menüpunkt Verknüpfte Geräte findet ihr die Übersicht aller aktuell verbundenen Geräte sowie die Möglichkeit, neue hinzuzufügen.

Die Einrichtung im Detail

Tippt auf „Gerät verknüpfen“ und richtet die Kamera eures Smartphones auf den QR-Code, der auf dem Computer-Bildschirm angezeigt wird. Anders als beim klassischen WhatsApp Web müsst ihr hier einen wichtigen Unterschied beachten: Das System fragt euch, ob ihr die Multi-Device-Funktion aktivieren möchtet, falls ihr dies noch nicht getan habt.

Nach dem Scannen des QR-Codes dauert die Synchronisation einige Sekunden bis wenige Minuten, abhängig von der Größe eures Chat-Verlaufs. WhatsApp lädt dabei die neuesten Nachrichten und Medien auf das neue Gerät herunter. Dieser Vorgang muss nur einmal durchgeführt werden – danach arbeitet das Gerät vollkommen autonom.

Diese Geräte lassen sich kombinieren

Die Flexibilität der Multi-Device-Funktion zeigt sich in der breiten Geräteunterstützung. Ihr könnt beliebige Kombinationen aus folgenden Optionen wählen:

  • Desktop-Browser (Chrome, Firefox, Edge, Safari) über web.whatsapp.com
  • WhatsApp Desktop-App für Windows und macOS
  • Tablets mit der vollwertigen WhatsApp-App
  • WhatsApp Business Web parallel zur privaten Version

Besonders praktisch: Die vier verfügbaren Slots für zusätzliche Geräte können beliebig gemischt werden. Ihr könntet beispielsweise drei verschiedene Computer und ein Tablet verknüpfen. Jedes dieser Geräte hat vollen Zugriff auf alle Chats, Kontakte und Medien.

Verwaltung und Sicherheit: Diese Funktionen solltet ihr kennen

In der Übersicht der verknüpften Geräte seht ihr nicht nur, welche Geräte aktuell verbunden sind, sondern auch, wann sie zuletzt aktiv waren. Diese Transparenz ist wichtig für die Sicherheit eures Accounts. Wenn ihr ein Gerät verkauft, verleiht oder einfach nicht mehr nutzt, könnt ihr die Verknüpfung mit einem Fingertipp entfernen.

Automatische Abmeldung bei Inaktivität

WhatsApp trennt die Verknüpfung automatisch, wenn euer Hauptgerät 14 Tage lang nicht genutzt wurde. Das Smartphone muss also mindestens alle zwei Wochen eine Verbindung zum Internet herstellen, damit die verknüpften Geräte weiterhin funktionieren. Diese Sicherheitsfunktion verhindert, dass vergessene Sitzungen zum Risiko werden. Wenn ihr an einem öffentlichen Computer arbeitet, empfiehlt es sich trotzdem, die Sitzung manuell zu beenden, sobald ihr fertig seid.

Überraschende Einsatzmöglichkeiten im Alltag

Die Multi-Device-Funktion eröffnet völlig neue Nutzungsszenarien, an die viele nicht sofort denken. Im Home-Office könnt ihr den Arbeits-PC mit WhatsApp verknüpfen, während der private Laptop zu Hause ebenfalls verbunden bleibt. So vermeidet ihr das ständige Wechseln zwischen Geräten oder das Zücken des Smartphones während Videocalls.

Ein wichtiger Hinweis: Jeder WhatsApp-Account ist an genau eine Telefonnummer gebunden. Das bedeutet, dass auf einem gemeinsam genutzten Gerät nicht einfach zwischen verschiedenen Accounts hin- und hergewechselt werden kann. Die Multi-Device-Funktion ermöglicht es, einen Account auf mehreren Geräten zu nutzen – nicht mehrere Accounts auf einem Gerät. Wer sein Tablet mit der Familie teilt, muss sich dessen bewusst sein.

Vorsicht bei sensiblen Daten

Die Bequemlichkeit der Mehrgerätenutzung sollte allerdings nicht dazu verleiten, WhatsApp auf jedem beliebigen Computer zu installieren. Auf Arbeitsgeräten, die von der IT-Abteilung verwaltet werden, könnte die Nutzung gegen Unternehmensrichtlinien verstoßen. Zudem solltet ihr an Geräten, die andere Personen mitbenutzen könnten, immer abwägen, ob die Verknüpfung wirklich sinnvoll ist.

Technische Voraussetzungen und Limitierungen

Damit die Multi-Device-Funktion reibungslos funktioniert, benötigt ihr die neueste Version von WhatsApp auf eurem Smartphone. Die verknüpften Computer benötigen eine stabile Internetverbindung, da die Geräte unabhängig vom Smartphone-Status funktionieren. Das Telefon kann sogar komplett ausgeschaltet sein, und ihr könnt trotzdem über die verknüpften Geräte Nachrichten senden und empfangen.

Bei Textnachrichten, Sprachnachrichten und dem Teilen von Medien spielt der Status des Smartphones keine Rolle mehr. Die Geräte synchronisieren sich automatisch, sobald eine Internetverbindung besteht.

Typische Probleme und ihre Lösungen

Gelegentlich kann es vorkommen, dass die Synchronisation zwischen den Geräten verzögert erfolgt. In den meisten Fällen liegt das an temporären Serverproblemen oder einer instabilen Internetverbindung. Ein Neustart der WhatsApp-Anwendung auf dem betroffenen Gerät löst das Problem meist innerhalb von Sekunden.

Falls ein Gerät gar nicht mehr synchronisiert oder sich seltsam verhält, hilft es oft, die Verknüpfung zu entfernen und das Gerät neu zu verbinden. Dabei gehen keine Nachrichten verloren, da alle Daten auf den WhatsApp-Servern gespeichert bleiben. Nach der erneuten Verknüpfung werden die fehlenden Nachrichten automatisch nachgeladen.

Datenschutz und Verschlüsselung bei mehreren Geräten

Eine häufig gestellte Frage betrifft die Sicherheit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei der Nutzung mehrerer Geräte. WhatsApp versichert, dass jedes verknüpfte Gerät über eigene Verschlüsselungsschlüssel verfügt und die Kommunikation vollständig geschützt bleibt. Die Nachrichten werden auf jedem Gerät einzeln entschlüsselt, nicht zentral auf einem Server.

Die Sicherheitsbenachrichtigungen in den Chats informieren euch übrigens, wenn Kontakte neue Geräte hinzufügen. So bleibt ihr stets darüber informiert, wenn sich bei euren Chatpartnern etwas an der Geräteausstattung ändert. Diese Funktion macht WhatsApp deutlich flexibler und alltagstauglicher, als viele Nutzer vermuten. Wer beruflich und privat zwischen verschiedenen Computern wechselt oder einfach den Komfort schätzt, nicht ständig zum Smartphone greifen zu müssen, sollte die Multi-Device-Funktion unbedingt ausprobieren. Die Einrichtung dauert nur wenige Minuten, der Komfortgewinn im Alltag ist jedoch erheblich.

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Wusste nicht dass das geht

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