Während im Januar die meisten US-Städte unter Schneemassen begraben liegen oder von eisigen Winden heimgesucht werden, zeigt sich Savannah in Georgia von seiner charmantesten Seite. Die Temperaturen bewegen sich angenehm zwischen 8 und 16 Grad – perfekt für ausgedehnte Spaziergänge durch historische Straßen, ohne ins Schwitzen zu geraten oder zu frieren. Für Paare, die ein romantisches Wochenende suchen, ohne das Reisebudget zu sprengen, erweist sich diese südstaatliche Perle als Geheimtipp par excellence. Die Nebensaison beschert euch nicht nur günstigere Preise, sondern auch eine intimere Atmosphäre fernab der Sommermassen.
Eine Stadt wie aus dem Bilderbuch
Savannah besitzt eine magnetische Anziehungskraft, die sich nur schwer in Worte fassen lässt. Vielleicht liegt es an den 22 öffentlichen Plätzen, die wie grüne Oasen zwischen den historischen Gebäuden verstreut sind. Oder an den von spanischem Moos behangenen Eichen, deren Äste sich wie natürliche Baldachine über die Kopfsteinpflasterstraßen wölben. Im Januar verleiht das gedämpfte Licht den pastellfarbenen Antebellum-Häusern eine besondere Atmosphäre, die Fotografen und Romantiker gleichermaßen verzückt.
Die architektonische Vielfalt des Historic District erzählt Geschichten aus drei Jahrhunderten. Georgianische Reihenhäuser stehen neben gotischen Revival-Kirchen, viktorianische Herrenhäuser neben bescheidenen Arbeiterunterkünften. Das Schönste daran: All diese Schätze könnt ihr zu Fuß erkunden, was euer Budget für teure Transportmittel schont und gleichzeitig zu zweit unzählige romantische Momente beschert.
Kostenlose Erlebnisse mit großer Wirkung
Der Forsyth Park bildet das grüne Herz der Stadt und kostet keinen Cent Eintritt. Der ikonische Brunnen in seiner Mitte ist nicht nur ein beliebtes Fotomotiv, sondern auch ein wunderbarer Treffpunkt für ein improvisiertes Picknick. Packt euch Snacks aus einem der lokalen Märkte ein und beobachtet, wie die Einheimischen joggen, ihre Hunde ausführen oder einfach die Wintersonne genießen.
Ein Spaziergang entlang der River Street offenbart eine völlig andere Facette Savannahs. Die ehemaligen Baumwolllager aus dem 19. Jahrhundert beherbergen heute Galerien, Lädchen und Cafés. Die kopfsteingepflasterte Uferpromenade lädt zum Flanieren ein, während vorbeiziehende Containerschiffe an die maritime Geschichte der Stadt erinnern. Bei Sonnenuntergang verwandelt sich der Savannah River in eine glitzernde Goldstraße – ein Spektakel, das völlig umsonst ist und dennoch unbezahlbar wirkt.
Friedhöfe als romantische Refugien
So merkwürdig es klingen mag: Die historischen Friedhöfe Savannahs gehören zu den bezauberndsten Orten der Stadt. Der Bonaventure Cemetery, circa 15 Minuten östlich der Innenstadt gelegen, präsentiert sich als parkähnliches Areal mit kunstvollen Grabmälern unter uralten Eichen. Die melancholische Schönheit dieses Ortes schafft eine Intimität, die Paare als überraschend verbindend empfinden. Der Eintritt ist frei, und im Januar habt ihr die verschlungenen Pfade oft ganz für euch allein.
Kulinarische Entdeckungen für kleine Budgets
Savannah muss nicht teuer sein, wenn es ums Essen geht. Die Stadt bietet zahlreiche Möglichkeiten, authentische Südstaatenküche zu probieren, ohne das Budget zu strapazieren. Frühstücksrestaurants im Diner-Stil servieren üppige Portionen mit Grits, Eiern und Biscuits für 6 bis 9 Euro pro Person. Diese herzhaften Mahlzeiten halten euch bis zum Nachmittag satt und ermöglichen es, das Mittagessen durch Snacks zu ersetzen.
Der City Market beherbergt eine Ansammlung von Lokalen mit Außenbestuhlung, wo ihr für moderate Preise speisen könnt. Sandwich-Läden bieten Mittagsmenüs ab etwa 8 Euro an, während ihr in Selbstbedienungsrestaurants mit Low-Country-Spezialitäten für 12 bis 15 Euro pro Person satt werdet. Die Portionen fallen typisch amerikanisch großzügig aus – perfekt zum Teilen, wenn ihr nicht übermäßig hungrig seid.
Für ein besonderes Abendessen ohne Luxuspreise empfehlen sich Lokale außerhalb der touristischen Hauptstraßen. In den Vierteln südlich des Historic District findet ihr familiengeführte Restaurants, wo ein komplettes Abendessen zu zweit unter 50 Euro zu haben ist, inklusive eines regionalen Craft-Biers oder Glases Wein.

Übernachten ohne Vermögen auszugeben
Im Januar sinken die Hotelpreise in Savannah deutlich. Während der Hochsaison unbezahlbare Bed & Breakfasts in viktorianischen Häusern bieten Zimmer ab etwa 80 Euro pro Nacht an – oft inklusive eines üppigen Frühstücks, das euch den halben Tag versorgt. Achtet auf Unterkünfte in den Randgebieten des Historic District; ein Fußweg von zehn Minuten mehr kann den Preis um 30 Prozent reduzieren.
Boutique-Hostels haben in den letzten Jahren auch in Savannah Einzug gehalten und bieten private Doppelzimmer ab 50 Euro an. Diese Option kombiniert Budgetfreundlichkeit mit der Möglichkeit, andere Reisende kennenzulernen – falls ihr zwischen romantischen Momenten auch soziale Kontakte schätzt.
Wer bereit ist, etwas außerhalb zu übernachten, findet in den angrenzenden Stadtteilen gut bewertete Unterkünfte für 60 bis 70 Euro. Mit einem Mietwagen bleibt ihr trotzdem flexibel, oder ihr nutzt die günstigen Ride-Sharing-Dienste, die in Savannah flächendeckend verfügbar sind.
Fortbewegung leicht gemacht
Der Historic District ist kompakt genug, um ihn komplett zu Fuß zu erkunden. Bequeme Schuhe sind eure wichtigste Investition – keine teuren Touren oder Transportmittel nötig. Diese Langsamkeit des Entdeckens passt perfekt zu Savannahs entspanntem Rhythmus und schafft jene ungeplanten Momente, die ein Wochenende zu zweit unvergesslich machen.
Falls ihr doch mal eine Pause braucht, verkehrt ein kostenloser Shuttle-Bus zwischen verschiedenen Punkten des Historic District. Die „DOT“-Busse sind für Touristen gedacht und bringen euch zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, ohne dass ihr dafür zahlen müsst.
Für Ausflüge zu weiter entfernten Zielen wie Tybee Island – einem charmanten Strandort 30 Minuten östlich – lohnt sich ein Mietwagen. Die Tagesmiete beginnt bei etwa 30 Euro, und die Fahrt entlang der Küstenstraße gehört zu den schönsten der Region. Im Januar ist der Strand zwar zu kühl zum Baden, aber lange Spaziergänge am menschenleeren Ufer besitzen eine ganz eigene Magie.
Kulturelle Highlights zum Nulltarif
Mehrere Galerien im Arts District öffnen ihre Türen kostenlos. Jeden ersten Freitag im Monat findet ein Kunstspaziergang statt, bei dem Galerien bis spätabends geöffnet bleiben und oft Getränke ausschenken. Selbst außerhalb dieser Veranstaltung könnt ihr hochwertige lokale Kunst bewundern, ohne einen Dollar auszugeben.
Die First African Baptist Church bietet werktags kurze, kostenlose Führungen durch eines der ältesten afroamerikanischen Gotteshäuser der USA an. Die Geschichte dieses Ortes – inklusive seiner Rolle in der Underground Railroad – berührt und bildet gleichermaßen.
Straßenmusiker beleben besonders am Wochenende die Plätze und Gassen. Ein improvisiertes Konzert unter freiem Himmel, während ihr auf einer Parkbank sitzt und die Atmosphäre aufsaugt, kostet nichts außer etwas Zeit – die wertvollste Währung im Urlaub zu zweit.
Praktische Überlegungen für Januar
Packt Schichten ein. Die Tage können mild und sonnig sein, doch sobald die Sonne untergeht, kühlt es merklich ab. Eine leichte Jacke oder ein Pullover genügt meist, aber für abendliche Spaziergänge entlang des Flusses empfiehlt sich etwas Wärmeres. Der Januar bringt gelegentlich Regen, daher gehört ein kompakter Regenschirm ins Gepäck.
Die kürzeren Tage bedeuten weniger Tageslicht zum Erkunden, doch gerade die Abendstunden verleihen Savannah besonderen Zauber. Die Straßenlaternen tauchen die historischen Squares in warmes Licht, und die Stadt zeigt ihr romantischstes Gesicht. Plant eure Aktivitäten so, dass ihr die goldene Stunde und die blaue Stunde bewusst genießen könnt – diese Momente kosten nichts und bleiben am längsten in Erinnerung.
Mit durchschnittlich 200 bis 300 Euro pro Person für ein verlängertes Wochenende (inklusive Anreise innerhalb der USA, Unterkunft, Verpflegung und Aktivitäten) bietet Savannah im Januar ein außergewöhnliches Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Stadt beweist, dass romantische Auszeiten nicht teuer sein müssen – manchmal braucht es nur spanisches Moos, historische Straßen und jemanden, mit dem man sie teilt.
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